Glaubt man den gängigen Klischees, dann ist für die meisten Frauen Schuhekaufen die reinste Lust. Jedoch nur für die eigenen Füße. Sobald Frau nämlich Mutti wird und den eigenen Nachwuchs ein Schuhgeschäft betritt, verwandelt sich die einstige Lieblingsbeschäftigung zur schweißtreibenden Pflichtveranstaltung.
Solange die Kinder noch kleiner sind, brauchen sie mindestens zweimal im Jahr neue Schuhe. Denn Kinderfüße wachsen im Kleinkindalter bis zu drei Größen im Jahr, selbst bei Schulkindern sind es lange noch bis zu zwei Nummern. Damit der Schuheinkauf nicht zu stressig für Eltern und Sprössling wird, sucht man sich im Geschäft am besten eine kompetente Beratung, die hilft, die richtige Größe zu bestimmen und dann auch die infrage kommenden Modelle und Schuhkartons ranschafft. Denn als Elternteil hat man genug mit der Bändigung des Nachwuchses zu tun, den es meist schon nach zehn Minuten nicht mehr auf dem Anprobestuhl hält.
Nur auf den ersten Blick ist es bequemer, Kinderschuhe im Internet zu kaufen. Zu unterschiedlich sind die Kinderfüße, die Größen, die Hersteller, die Materialien, zu groß die Auswahl. Und viel zu schnell wachsen die Füße der Kinder. Zwar kann man in der Regel nicht passende Schuhe an die Onlinehops zurückschicken. Doch wenn man bedenkt, wie schnell Kinderfüße wachsen, ist man wahrscheinlich häufiger mit Rücksendungen beschäftigt, bis die richtige Größe für den Lieblingsschuh gefunden hat.
Auf Zuwachs kaufen?
"Ach, die passen schon in zwei Monaten? - Besser nicht. Nicht nur zu kleine Schuhe können das noch weiche und formbare Knochengerüst der Kinderfüße dauerhaft schädigen, sondern auch zu große Schuhe. Solche auf Zuwachs gekauften Schuhe geben keinen Halt, die Zehen verkrampfen beim Laufen, das Kind kann stolpern und hinfallen. Dem Kind tut man damit sicherlich keinen Gefallen.
Die richtige Größe
Zugegeben: Von außen ist es nicht leicht festzustellen, ob ein Kinderschuh wirklich passt. Jüngere Kinder können selbst oft nicht einschätzen, ob der Schuh zu groß oder zu klein ist und verkneifen sich lieber einen Kommentar, vor allem, wenn der Schuh ihnen besonders gut gefällt. Der klassische Daumendruck auf die Schuhspitze hilft nur für die erste grobe Orientierung. Eine gute Hilfe zur Ermittlung der richtigen Größe ist das Weiten-Maß-System. Die WMS-Fußmessgeräte ermitteln eine kombinierte Größe aus Länge und Weite, bei der eine Zugabe für Wachstum und Abrollen der Füße bereits berücksichtigt ist. Die Größen "w" für weite, "m" für mittlere Fußbreiten und "s" für schmale Füße sorgen für eine optimale Passform.
Das von der Marke Elefanten maßgeblich mitentwickelte WMS-Maß-System gibt es seit mehr als 40 Jahren. Es berücksichtigt, dass Kinder mit gleicher Fußlänge dennoch unterschiedlich breite Ballen haben können. Neben Modellen für jeden Kinderfuß bietet Elefanten außerdem eine kleine Öko-Linie (Elefanten green) aus vegetabil gegerbtem Leder an. In allen 1200 Deichmann und Roland-Filialen gehören die WMS-Kinderfußmessgeräte mittlerweile zur Standardausrüstung. Im Übrigen vergrößern sich auch Kinderfüße im Tagesverlauf. Deshalb sollte man wie bei den Erwachsenen auch mit Kindern nachmittags Schuhe kaufen. So vermeidet man, dass die Schuhe zu klein gekauft werden. Außerdem ist es empfehlenswert, auch zwischendurch die Füße des Kindes immer mal wieder nachzumessen. So geht man sicher, dass die Schuhe auch noch im Laufe der Saison richtig passen.
Material und Verarbeitung
Neben der richtigen Passform der Schuhe sollte man sich auch Material und Verarbeitung genau anschauen. Atmungsaktive Materialien sind Kunststoffen vorzuziehen, Gummistiefel oder Lackschuhe sind nichts für alle Tage. Die Schuhe sollten vor allem für kleinere Kinder weit zu öffnen sein, damit der Einstieg mühelos funktioniert. Und ein Blick ins Innere oder das Abtasten mit der Hand verrät, ob es auch keine störenden Nähte oder Wülste gibt, die beim Laufen drücken könnten.
Eine wichtige Rolle gesunde Entwicklung des Kinderfußes spielt die Flexibilität der Sohle. "So viel Halt wie nötig, so viel Freiheit wie möglich", lautet hier die Devise - gerade, wenn das Kind mit Laufen beginnt. Das Spüren von Bodenunebenheiten und der Beschaffenheit ist wichtig für eine gesunde Entwicklung der Füße, deshalb sollte sie nicht zu dick sein. Die über die Fußsohlen weitergeleiteten Reize geben nämlich wichtige Impulse für Motorik und fördern die Entwicklung des Gehirns. Zudem sorgt eine flexible Sohle dafür, dass der Kinderfuß beim Laufen gut abrollen kann. Dicke Profilsohlen, Plateauschuhe oder hohe Absätze sollten deshalb für Kinderschuhe tabu sein. Ob die Schuhsohle weich genug ist, erkennt man, wenn man die Sohle mit Daumen und Zeigefinger leicht zusammenbiegen kann.
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