Die Bedürfnisse von Kindern ernst nehmen, ihnen zuhören und sich Zeit für sie zu nehmen, sind wichtige Bausteine für ein kinderfreundliches Deutschland. Deswegen möchte UNICEF am diesjährigen Weltkindertag das Recht der Kinder auf Spiel und Freizeit, auf elterliche Fürsorge und auf Beteiligung erneut ins Bewusstsein rücken.
Kinder brauchen Zeit zum Spielen
Insbesondere für das Spielen und Entdecken, ganz gleich, ob drinnen oder draußen, mit Freunden, anderen Kindern oder den Eltern bleibt bei den meisten nicht mehr ausreichend Zeit. Das Problem: ein voller Stundenplan, Freizeitstress, Nachhilfestunden und Hausaufgaben. Doch gerade im Spielen steckt so viel wichtiges Potenzial. Kinder lernen, sich kompetent zu bewegen, soziale Kontakte zu knüpfen, sich in größeren Gruppen einzufinden, sich durchzusetzen und Regeln einzuhalten. Ganz zu schweigen von der Förderung und Forderung der eigenen Persönlichkeit.
Kinder brauchen Zeit für Engagement
Wer Kinder und Jugendliche ernst nimmt, muss ihnen Zeit für gesellschaftliches Engagement, zum Beispiel in Kinder- und Jugendversammlungen oder in Jugendverbänden lassen. Hier können sie Erfahrungen sammeln, die Auswirkungen ihres Engagements sehen, nachvollziehen und sich damit identifizieren. Eine Studie des Deutschen Kinderhilfswerkes hat herausgefunden, dass Kinder und Jugendliche, die sich selbst als aktiv gestaltend erfahren, sich auch als Erwachsene eher an der Gestaltung des Gemeinwesens beteiligen.
Kinder brauchen die Zeit der Eltern
Besonders wichtig ist jedoch die Liebe der Eltern, ihre Fürsorge und Anleitung. Die meisten Mädchen und Jungen würden gerne mehr Zeit mit ihren Eltern verbringen. Laut einer Umfrage von UNICEF in Kooperation mit der Kinderzeitschrift GEOlino schneiden Mütter besser ab als Väter, wenn es um gemeinsam verbrachte Zeit geht. An den Wochenenden haben die Väter zwar ganz überwiegend viel oder genügend Zeit für ihre Kinder, aber auch dann liegen die Mütter vorne. Ähnlich ist die Einschätzung der Eltern, so könne man sich aus Zeitgründen nicht mehr genug um den Nachwuchs kümmern, am schlimmsten betroffen sind Mütter aus Doppelverdiener-Haushalten sowie Alleinerziehende.
Jede Stunde, die mehr mit den Kindern verbracht wird, ist ein Beitrag zum Wohlergehen der Kinder und damit der ganzen Gesellschaft. Politik und Gesellschaft sollten deswegen die Bedingungen für Familien so verbessern, dass die Belange von Kindern nicht länger übergangen werden. Das funktioniert besser, wenn Politiker Kinder nicht nur als künftige Leistungsträger wahrnehmen, sondern als eigenständige Persönlichkeiten respektieren.
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