Kinder sind heutzutage stark den Medien ausgesetzt. Sie verbringen mehr Zeit vor dem Fernseher, der Playstation oder dem Computer als noch vor 20 Jahren. Von daher ist ein kompetenter Umgang mit den Medien unerlässlich. Den richtigen und kritischen Umgang mit Medien erlernen Kinder und Jugendliche durch Praxisübungen. Dadurch können sie manipulierende und in die falsche Richtung weisende Medien erkennen. Um diesen kritischen Blick auf die Medien zu schulen, entwickelte die deutschlandweite Kampagne medienbewusst.de die sogenannte "Trickboxx", die der Fernsehsender Kinderkanal bundesweit an Vereine, Schulklassen und andere filminteressierte Gruppen verleiht.
Die "Trickboxx" ist eine 1,20 x 1 x 0,50 Meter große hölzerne Kiste zur Herstellung von Trickfilmen, die mit zwei Lampen ausgeleuchtet ist. Der schwedische Filmproduzent und Grafiker Erling Ericsson entwickelte das Gerät 1986.
Die Kinder erstellen auf einer Arbeitsfläche Szenen mit Figuren oder gemalten Bildern. In der Box ist eine Videokamera integriert, mit der die Szenen in aufeinanderfolgenden Bildsequenzen so oft fotografiert werden, bis eine Geschichte entsteht. Für das nächste Bild muss dann die Position der Figuren und der Szene wieder ein wenig geändert werden, damit ein Eindruck von Bewegung entsteht. Diese sogenannte Stop Motion-Technik wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt.
"Diese Übung macht es für die Kleinen leichter, auch andere Filmbeiträge beispielsweise aus dem Fernsehen oder Kino zu analysieren und zu verstehen. Da man die Hintergründe des Filmens kennt, betrachtet man dann eine Sendung mit einem größeren Abstand", erklärt die Projektleiterin der Informationskampagne medienbewusst.de, Claudia Neufert. Durch die Arbeit mit der "Trickboxx" werden Kinder und Jugendliche in den Produktionsprozess eines Filmes einbezogen und eignen sich so Medienverständnis in der Praxis an. Sie nehmen selbst die Rolle eines Regisseurs, eines Dramaturgen, Autors und Kameramanns ein. Dadurch bewegen sie sich aus der passiven in eine aktive Position gegenüber den Medien. Daneben werden ihre Kreativität und ihre motorischen Fähigkeiten geschult.
Der Fernsehsender Kinderkanal unterstützt dieses Projekt, "Die Kinder müssen aktiv werden, mitdenken, Ideen entwickeln und die Technik beherrschen. Nur gemeinsam erreichen sie das Ziel, einen Trickfilm herzustellen", schwärmt Gunnar Gerstel vom KiKa-Team von dieser Erfindung. Mehr über die Besonderheiten der Box und der Förderung des Medienverständnisses erfährt man bei medienbewusst.de.
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