Schwanger und selbst noch fast ein Kind? Da sitzt der Schock zunächst tief. Experten geben wertvolle Tipps für Teenager-Eltern und deren Familie, was jetzt zu tun ist.
Mama werden, wenn man selbst noch fast ein Kind ist – in Deutschland nicht wirklich außergewöhnlich. Rund 20 000 Babys mit Müttern unter 20 Jahren sind 2009 nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) zur Welt gekommen. Die Gründe sind oft die gleichen: Die Mädchen waren entweder nicht genügend aufgeklärt oder haben falsch oder nicht zuverlässig verhütet.
Fällt der Schwangerschaftstest positiv aus, sitzt der Schock zunächst tief. Den Teenagern stellen sich jede Menge Fragen. Auch Ängste kommen hoch. Denn klar ist, dass sich das Leben vollkommen verändern wird. Eigentlich wollte man seine Jugend genießen, mit Freunden feiern, unbeschwert sein, die Schule abschließen. Diese Tatsache vor den Augen, plagen Teenie-Mütter oft Zukunfts- und Existenzängste.
Aber auch für die Eltern ist die Situation nicht immer einfach. Hier gilt vor allem: Ruhe bewahren! Vorwürfe und Streit helfen in der Situation nicht weiter. TK-Experten raten: "Besser ist es für alle Beteiligten, erst einmal eine Nacht über die Neuigkeit zu schlafen und dann überlegen, wie es weitergehen kann." Teenie-Mütter brauchen nun jede Menge Unterstützung aus ihrem engeren Umfeld. Gemeinsam sollte eine Lösung gefunden werden. Druck auszuüben würde nichts bringen, da sind sich die Experten einig. Die Entscheidung für oder gegen ein Kind müsse schließlich die Schwangere alleine treffen.
Wichtig zu wissen ist, dass Beratungsstellen Unterstützung anbieten. Hier können zum Beispiel rechtliche und wirtschaftliche Fragen geklärt werden. Auch Lösungen werden hier angeboten: So werden junge werdende Mütter über die Möglichkeit der Adoption oder der Babyklappe informiert.
Ein wichtiger Schritt ist, schnellstmöglich die Schule oder den Arbeitgeber zu informieren. Dann kann gemeinsam beraten werden, wie man trotz der Schwangerschaft die Schule weiter besuchen oder die Ausbildung beenden kann.
Finanziell haben minderjährige Mütter einen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung. Zuständig ist hier vor allem das Jugendamt. Dieses bestimmt auch einen Amtsvormund für das Kind, der bis zur Volljährigkeit der Mutter gemeinsam das Sorgerecht ausübt.
Auch die Krankenkassen helfen: Ab dem ersten Schwangerschaftsmonat bieten sie den Mädchen ein Beratungsangebot an. Wer die Angebote nützen will, sollte sich bei seiner Krankenversicherung danach erkundigen.
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