Erzieherinnen verzweifelt gesucht: Unter dieser Überschrift wird der Ausbau der Kinderbetreuung ein Jahr vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr diskutiert. Laut dem diesjährigen “Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung gibt es immer noch zu wenig Personal und wenn dann zu viele Teilzeitbeschäftigungen innerhalb der Branche. Hier kommen schlimme Engpässe auf uns zu, denn angesichts des am 1. August 2013 in Kraft tretenden Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz werden im kommenden Jahr noch mehr Fachkräfte benötigt.
Im Bundesländervergleich wird vor allem in Westdeutschland die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung für Kinder ab drei Jahren deutlich wachsen, in Ostdeutschland hingegen geht es jetzt in erster Linie um eine Verbesserung der Situation im allgemeinen, denn vor allem hier werden künftig mehr qualifizierte Erzieherinnen benötigt. Ein weiteres Problem ist der unverändert hohe Anteil an Teilzeit-Arbeitsplätzen im Kita-Bereich. Während über alle Branchen hinweg in Deutschland etwa jeder dritte Arbeitnehmer in Teilzeit arbeitet, sind es in den Kitas knapp 60 Prozent der pädagogischen Fachkräfte. So setzen die Kitas im Westen weiterhin überwiegend auf Teilzeitmodelle, ganz anders verhält es sich in Ostdeutschland, wo schon seit längerem auf Vollzeitkräfte gebaut wird. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, bewertet den hohen Anteil von Teilzeitbeschäftigten in Kitas kritisch: “Kinder brauchen in ihrer Kita eine feste Bezugsperson. Das ist eine zentrale Frage der Qualität außerfamiliärer Kinderbetreuung.“
Am Beispiel Thüringen zeigt sich deutlich, wie wirksam eine gezielte Förderung von Vollzeitbeschäftigung sein kann. Der Anteil der Vollzeitbeschäftigten ist hier innerhalb eines Jahres von 28 auf 39 Prozent gestiegen. Die dortige Landesregierung verpflichtete die Träger von Kindertageseinrichtungen zu prüfen, ob und wie Erzieherinnen ihre Stundenzahl ausweiten können. Bundesweiter Spitzenreiter bleibt Nordrhein-Westfalen, wo 56 Prozent aller Beschäftigten in Kitas in Vollzeit arbeiten.
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